
| Start Zum Buch "Deutschlandwunder. Wunsch und Wahn in der postnazistischen Kultur" Inhalt AutorInnen Abstracts Veranstaltungen Kongress Links Kontakt |
Infos Die HerausgeberInnengruppe kittkritik (in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Initiative Bremen und der Rosa-Luxemburg-Stiftung, mit finanzieller Unterstützung des Solidaritätsfonds der Hans-Böckler-Stiftung) lädt zum „Deutschlandwunder"-Kongress ein. In Vorträgen und Workshops werden die Autorinnen und Autoren des gleichnamigen Buches ihre Beiträge u.a. zu der Bedeutung von Familie, Generationen- und Geschlechterverhältnis, postfaschistischer Subjektstruktur, Antisemitismus, deutschem Opferdiskurs etc. anhand von Beispielen aus Filmen, Hör- und Computerspielen, Sport, Literatur, Kunst und Popmusik präsentieren. Ausgangspunkt ist die das aktuelle, sich seit 1990 neu formierende deutsche Nationalbewusstsein in seinem Verhältnis zu kulturindustriellen Darstellungen des Nationalsozialismus: Neben die fortwährende Stilisierung der Deutschen als Opfer tritt momentan die Integration von Auschwitz in die medialen (Re-)Inszenierungen der deutschen Erinnerungsarbeit als gesellschaftlichem ‚Kitt', in der die Nation zum kollektiven Objekt der Identifizierung wird. Es soll darum gehen, den Zusammenhang von Nationalismus und deutscher ‚Vergangenheitsbewältigung' als Kern der Kritik an kollektiven und individuellen Schuldabwehrstrategien zu reflektieren und dabei den Fokus auf die Bedeutung des deutschen Generationenverhältnisses - insbesondere dem der Enkel- und NS-TäterInnengeneration - zu richten. Die neue Unbefangenheit im Umgang mit der Geschichte, in der Auseinandersetzung mit den Erfahrungen der eigenen Großeltern, der Wunsch, bei der Weltmeisterschaft auch einmal unbeschwert „schwarz-rot-geil" zu sein, macht die dritte TäterInnengeneration zum Protagonisten eines neuen postnazistischen Nationalgefühls, das in jener Kultur entstand und sich aus dieser entwickelte, die nach 1945 wesentliche Elemente des nationalsozialistischen Bewusstseins und des Antisemitismus in die demokratische Nachkriegsgesellschaft überführte. Veranstaltungsorte: Kioto - Lagerhaus, Schildstr. 12-19, 2.Etage / Infoladen Bremen, St. Paulistr.10-12 Teilnahmebeitrag 15€/10€ Freitag, 09.05. 18:00 - 22.00 [Kioto] kittkritik Eröffnungsvortrag [Kioto] Tobias Ebbrecht Die Liebe zum Bild – Nostalgie, Fetisch, Dialektik. Das Bild in der Erinnerungskultur Samstag, 10.05. 10:00 - 12:00 [Kioto] Sonja Witte Am „Punkt, wo die Psychoanalyse abdankt“: Freuds Rätsel der Massenbildung 12:15 - 13:45 [Kioto] Lars Lippmann „Auftrag im Auge des Sturms“ – Das II.Weltkrieg-Strategiespiel Silent Storm [Infoladen] Sonja Witte Das Wunder von Bern – Katharsis der Nation 15:30 - 17:00 [Kioto] Eric Peters & Dierck Wittenberg Stars Down to Earth – Über das Verhältnis von Pop, Nation und Künstlersubjekt in Zeiten neuen deutschen Selbstbewusstseins [Infoladen] Lars Quadfasel Ein Traum von Postfaschismus – Die Deutschen und ihr Fußball 17:15 - 18:45 [Infoladen] Magnus Klaue Die institutionalisierte Symbiose – Über den 'deutsch-jüdischen Dialog' in der deutschsprachigen Literatur [Kioto] Sebastian Winter Arischer Antifaschismus – Geschlechterbilder als Medium der kulturindustriellen Bearbeitung der Erinnerung an den Nationalsozialismus am Beispiel der Filme Der Untergang, Sophie Scholl und Napola 20:00 - 21:30 [Kioto] Lars Quadfasel Fun auf Deutsch heißt Stahlbad – Thesen zu Kulturindustrie, Nationalsozialismus und Postfaschismus 22:30 Film: Herrenpartie (D/JUG 1964; Regie: Wolfgang Staudte), Einführungsvortrag von Tobias Ebbrecht [im CINEMA Ostertor] sowie: Party [im Wiener Hofcafé, Weberstrasse 25-27] Sonntag, 11.05. 10:00 - 11:30 [Kioto] Tobias Ebbrecht Ablösungen: Wie die filmische Erzählung von Krieg und Nationalsozialismus die Bilder des Holocaust überlagert 11:45 - 13:15 [Infoladen] Jean-Philip Baeck & Volker Beeck Mit Judo gegen Wodka Bruno, Miethai Zinse und Dr. Mubase. TKKG – ein postnazistischer Jugendkrimi [Kioto] Antonia Schmid Do it again, ZDF! Die kollektive Viktimisierung Deutscher in den neuen "Event-Movies" im Kontext von Erinnerungsabwehr und Antisemitismus
14:15 - 16:00 |